Vor der Haustür
Bilder unseres Sonnensystems.

Während im Deep-Sky-Bereich alles sehr statisch ist und sich die Beobachtungsmöglichkeiten nur durch die Jahreszeit unterscheiden, steckt in unserem Sonnensystem richtig viel Bewegung.

Mit der ansonsten von mir angewandten Piggyback-Fotografie kommt man hier nicht sehr weit, da einfach die Vergrößerung fehlt. Da die Planeten sehr hell sind, kann man erste Eindrücke auch nicht nachgeführt vom Stativ aus knipsen. Wesentlich interessanter, aber trotzdem ohne hohen finanziellen Aufwand, ist hier die Webcam-Fotografie.

Unser Mond

Der Mond ist das ideale Einsteigerobjekt, da er so hell ist, eine große Fläche hat und man ihn damit leicht findet und man anhand der leicht sichtbaren Details auch mit der Scharfstellung keine Probleme hat. Die Größe des Mondes erlaubt normalerweise keine Gesamtaufnahme mehr. Daher muss man mehrere Teilbereiche aufnehmen und das Gesamtbild als Mosaik zusammensetzen.

   
Mond Freihand-Aufnahme, 1/1600s Bel, 1 Pix ≈ 5'' Zunehmende Mondsichel
Webcam-Aufnahme
Brennweite 650mm
1 Pixel ≈ 3''
(5.6.2013)
Leicht abnehmender Mond
Bewege die Maus über das Bild, um einen Teil des Originalbilds zu sehen!
Originalbild
: Webcam-Aufnahme
Brennweite 1950mm (3x Barlow) ,
1 Pixel ˜ 0,6'' (etwa 1km auf der Mondoberfläche)
(7.2.2015)
Mond auf Stativ
0,8''
Mondfinsternis am 28.9.2015
 

Merkur

Merkur ist bekanntermaßen besonders schwierig zu beobachten, da er pro Jahr nur etwa 3 Mal jeweils eine Woche zu sehen ist. Er steht dann auch noch sehr tief über dem Horizont, so dass sehr gutes Wetter erforderlich ist. Diese Kombination ist leider ein seltenes Ereignis. Im März 2011 war Merkur jedoch gleich mehrere Tage sichtbar. Die Phase ist gerade erkennbar, jedoch weitaus weniger deutlich als bei der Venus.

   
Merkur auf Stativ, 1.3s Bel, 1 Pix ≈ 5'' Abnehmende Merkursichel
Webcam-Aufnahme
Brennweite 1950mm (3x Barlow)
1 Pixel ≈ 0,6''
(5.6.2013)
Brennweite 1950mm (3x Barlow)
1 Pixel ˜ 0,6''
(8.5.2015)
   

Venus

Venus ist wegen der Helligkeit leicht zu beobachten und zeigt von allen Planeten die größten Veränderungen, wenn man sie über einen gewissen Zeitraum beobachtet.

Stativ nicht nachgeführt,
 1.3s Bel, 1 Pix ≈ 5''
3/4-Venus (81%, 13'')
Webcam-Aufnahme
Brennweite 650mm, 2-fach digital vergrößert 1 Pixel ≈ 1''
(5.1.2012)
 Etwa Halbvenus (30%, 35) Brennweite 650mm, 2-fach digital vergrößert 1 Pixel ≈ 1''
(26.4.2012)
 Venussichel (18%, 44)
Brennweite 650mm, 2-fach digital vergrößert 1 Pixel ≈ 1''
(10.5.2012)
Große schmale Sichel kurz vor der unteren Konjunktion (11%, 49'') Brennweite 650mm, 2-fach digital vergrößert 1 Pixel ≈ 1''
(17.5.2012)
Brennweite 1950mm (3x Barlow)
1 Pixel ˜ 0,6''
(13.2.2015)
Brennweite 1950mm (3x Barlow)
1 Pixel ˜ 0,6''
(8.5.2015)

Mars

Der Mars zeigt extreme Änderungen in der Größe, je nachdem, ob er der Erde nah oder fern ist. In Zeiten größter Erdnähe hat man die Chance, auch bei schwächeren Vergrößerungen Andeutungen von Oberflächendetails zu erkennen. Auf dem zweiten Foto von links sind z.B. die dunklen Regionen "Utopia Planitia" (im Norden) und "Syrtis Maior" (im Süden) erkennbar. Das macht den Mars einzigartig, denn damit ist er neben dem Mond der einzige Himmelskörper, auf dem solche Landschaften erkennbar sind.

   
Mars auf Stativ,
1.3s Bel, 1 Pix 5''
Zur Oppositionszeit
Brennweite 1950mm (3x Barlow) ,
1 Pixel ˜ 0,6'' (200km)
Utopia Planina (im N), Syrtis Maior (im S)
(19.4.2014)
1½ Monate nach der Opposition
Brennweite 1950mm (3x Barlow) ,
1 Pixel ˜ 0,6'' (260km)
Acidalia Planitia (im N)
(16.5.2014)
 

Jupiter

Der Jupiter ist in zweifacher Hinsicht spannend: Zum einen Ändern sich die Positionen der sehr leicht zu fotografierenden 4 großen Monde täglich. Zum anderen können auch vergleichsweise leicht Oberflächendetails fotografiert werden, nämlich die 2 größten Wolkenbänder.

   
Jupiter auf Stativ, 1.3s Bel, 1 Pix ≈ ˜ 5'' Zur Oppositionszeit
Brennweite 600mm, 2-fach digital vergrößert 1 Pixel ≈ 1''
Brennweite 1950mm (3x Barlow)
1 Pixel ˜ 0,6'' (1700km)
(21.12.2013)
   

Saturn

Der Saturn ist der faszinierendste Planet, weil er mit seinem Ring ein so bekanntes Motiv bildet. Außerdem kann auch noch sein größter Mond, Titan, vergleichsweise einfach fotografiert werden.

   
Saturn auf Stativ, 1.3s Bel, 1 Pix ≈ 5'' Zur Oppositionszeit
Brennweite 600mm, 2-fach digital vergrößert
1 Pixel ≈ 1''
(7.5.2011)
Brennweite 1950mm (3x Barlow)
1 Pixel ˜ 0,6''
(8.6.2012)
   

Uranus

Uranus als Punkt zu fotografieren, ist nicht schwer. Dabei ist auch die grünliche Farbe bereits erkennbar. Mehr ist aber mit einfachen Mitteln auch "nicht drin".

       
Uranus auf Stativ, 1.3s Bel, 1 Pix ≈ 5''        

Neptun

Hier gilt das selbe wie für Uranus, nur das die Farbe eher bläulich ist.

       
Neptun auf Stativ, 1.3s Bel, 1 Pix ≈ 5''        

Pluto

Der Pluto hat eine Helligkeit, die gerade noch so eben mit einer handelsüblichen Spiegelreflexkamera erfasst werden kann. Daher ist es hier die Herausforderung, Pluto überhaupt irgendwie im Bild festzumachen. Abgesehen von der Bewegung ist Pluto, wie die anderen Asteroiden auch, nicht von einem x-beliebigen Stern zu unterscheiden. Das Bild zeigt einen Blinkkomparator, der 2 Bilder im Aufnahmeabstand von 4 Tagen auswechselt.

       
Pluto (etwas oberhalb der Bildmitte),
Piggyback nachgeführt, jeweils etwa 15 x 50 s Bel
       

Jupiter und Uranus 2010/2011

"Ein spannendes Wettrennen zwischen einer Schnecke und einem Igel"

Film der Bewegungen von Jupiter und Uranus im Sternbild Fische

       
Film der Bewegungen von Jupiter und Uranus im Sternbild Fische        

Kometen

Bei Kometen gibt es ein Phänomen, das sonst nur selten in der Astronomie zu finden ist: Sie bewegen sich so schnell, dass man mit der Belichtung auf einen kurzen Zeitraum beschränkt ist.

 
LINEAR C/2012 K5, Piggyback, 6x80s, 1 Pix ≈ 21'' Pan-Starrs
Auf Stativ nicht nachgeführt 1x15s 
Lovejoy
 46x4s + 6x6s, auf Stativ, nicht nachgeführt
Canon EOS 1100D 14.Dez.13
Jacques
 3x40s, Piggyback,
Canon EOS 1100D 2.Sep.14
Catalina C/2013
 24 Aufn. 10s-50s, Piggyback,
Canon EOS 1100D 19.Jan.16
 

Asteroiden

Planeten gibt es nun einmal nur 8 Stück, und Kometen kommen nur dann und wann mal vorbei. Zum Glück gibt es da noch die vielen Asteroiden. Leider ist von denen allerdings nicht mehr zu sehen als ein Punkt. Sie sehen aus wie jeder andere Stern, nur dass sie sich bewegen, wenn man sie im Abstand eines Tages erneut beobachtet. Früher verwendete man Blinkkomparatoren, um Asteroiden zu entdecken. Man hat Bilder von Himmelsregionen von verschiedenen Zeitpunkten verglichen. Wenn ein Punkt auf dem einen Bild erkennbar war und auf dem anderen nicht, war es in der Regel ein Asteroid.

 
(1) Ceres und (4) Vesta dicht beieinander
Ceres links unten/mitte, Vesta oben rechts (im 2. Bild bereits außerhalb des Fotos)
Auf Stativ nicht nachgeführt, jeweils 4 s (27.4. und 3.5. 2014)
(2) Pallas
Unterer Bildrand bzw. oben links
Auf Stativ nicht nachgeführt, jeweils 4 s (27.4. und 3.5. 2014)
(3) Juno
Unten rechts
Auf Stativ nicht nachgeführt, jeweils 4 s
 (21.3. und 23.3. 2011)
(12) Victoria
Nachgeführt, jeweils 3x30 s (11.9. und 14.9. 2014)